Wie funktioniert eine Wärmepumpe? Einfach erklärt


Im Grunde genommen ist eine Wärmepumpe nichts anderes als ein Kühlschrank, der rückwärts läuft. Verrückt, oder? Statt Kälte zu erzeugen, entzieht sie der Umgebung – also der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser – vorhandene Wärme. Diese Wärme wird dann mit etwas Strom „aufgepumpt“, auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und direkt in Ihr Heizsystem eingespeist. Das Geniale daran: Aus einer Kilowattstunde Strom machen Sie so ein Vielfaches an wohliger Heizwärme.
Warum die Wärmepumpe jetzt im Fokus steht

Die Energiepreise klettern unaufhaltsam und die Abhängigkeit von Öl und Gas wird für viele Hausbesitzer zur Belastung. Genau deshalb rückt die Wärmepumpe immer stärker in den Mittelpunkt. Sie ist längst keine ferne Zukunftsmusik mehr, sondern für viele eine handfeste und wirtschaftlich clevere Lösung für das Hier und Jetzt. Doch wie genau funktioniert sie, und ist sie wirklich so sparsam, wie alle sagen?
Die gute Nachricht ist: Das Prinzip dahinter ist überraschend simpel und auch ohne Ingenieurstudium leicht zu verstehen. In diesem Ratgeber nehmen wir Sie an die Hand und erklären alles, was Sie für eine fundierte Entscheidung wissen müssen. Schritt für Schritt, ganz ohne Fachchinesisch.
Der Wandel im Heizungskeller
Dass hier gerade ein echter Umbruch stattfindet, zeigen auch die Zahlen vom Heizungsmarkt. Im ersten Halbjahr 2023 wurde in Deutschland ein historischer Meilenstein erreicht: Zum ersten Mal wurden mehr Wärmepumpen (139.500 Anlagen) verkauft als Gasheizungen. Ein sattes Plus von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das eine klare Sprache spricht: Der Trend geht weg von fossilen Brennstoffen. Mehr zur Entwicklung des Wärmepumpenmarkts finden Sie bei ress.de.
Unser Ziel für diesen Artikel: Wir wollen Ihnen die Funktionsweise einer Wärmepumpe so einfach erklären, dass Sie genau verstehen, wie Sie mit kostenloser Energie aus der Umwelt Ihr Zuhause heizen können.
Um das zu erreichen, schauen wir uns die folgenden Punkte ganz genau an:
- Das geniale Grundprinzip: Wie der Vergleich mit dem Kühlschrank wirklich alles erklärt.
- Die wichtigsten Bauteile: Welche vier heimlichen Helden im Inneren arbeiten.
- Die verschiedenen Typen: Welche Wärmepumpe am besten zu Ihrem Grundstück passt.
- Kosten und Förderungen: Was finanziell auf Sie zukommt und wo Sie bares Geld sparen können.
Also, begleiten Sie uns auf dieser Reise und entdecken Sie, warum die Wärmepumpe für viele schon heute die Heizung der Zukunft ist.
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Das geniale Prinzip Ihres Kühlschranks – nur umgekehrt
Um zu verstehen, wie eine Wärmepumpe funktioniert, brauchen wir keine komplizierte Physik zu wälzen. Ein Blick in die eigene Küche genügt, genauer gesagt: auf Ihren Kühlschrank. Seine Aufgabe ist simpel: Er hält Lebensmittel kühl, indem er die Wärme aus seinem Inneren nach draußen transportiert.
Jeder, der schon mal die Rückseite seines Kühlschranks berührt hat, kennt das Ergebnis – sie ist oft spürbar warm. Dieses Gerät ist ein kleiner Meister im Wärmetransport. Es entzieht dem Joghurt, der Milch und dem Gemüse die Wärmeenergie und gibt sie an die Umgebung, also Ihre Küche, ab. Innen wird es kalt, außen wird es warm. Genau dieses Prinzip ist der Schlüssel zur Wärmepumpe.
Vom Kühlen zum Heizen
Stellen Sie sich jetzt vor, wir drehen diesen Vorgang einfach um. Anstatt Wärme aus einem kleinen, isolierten Kasten zu ziehen, holen wir sie uns aus einer viel größeren Quelle: der Umgebungsluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Und statt diese Wärme ungenutzt in die Küche zu pusten, leiten wir sie gezielt in unser Heizsystem. Das ist im Grunde schon die ganze Magie der Wärmepumpe.
Sie kühlt quasi die Umwelt ein klein wenig ab, um Ihr Zuhause wohlig warm zu machen. Selbst an einem kühlen Wintertag mit nur 5 °C Außentemperatur steckt in der Luft noch genug Energie, die eine Wärmepumpe „ernten“ und für Sie nutzen kann.
Eine Wärmepumpe ist im Kern nichts anderes als ein umgekehrter Kühlschrank. Sie holt sich kostenlose Wärme von draußen und pumpt sie ins Haus, um für angenehme Temperaturen zu sorgen.
Möglich macht diesen Wärmetransport ein cleverer Kreislauf, in dem eine spezielle Flüssigkeit, das Kältemittel, die Hauptrolle spielt. Dieses Kältemittel hat eine ganz besondere Eigenschaft: Es verdampft schon bei sehr niedrigen Temperaturen.
Der gesamte Prozess läuft in vier einfachen Schritten ab, die sich ständig wiederholen:
- Verdampfen: Das eiskalte Kältemittel nimmt draußen die Umweltwärme auf und wird dadurch zu Gas.
- Verdichten: Ein Kompressor setzt das Gas unter Druck. Dadurch schießt seine Temperatur in die Höhe – ähnlich wie bei einer Luftpumpe, die beim Aufpumpen heiß wird.
- Verflüssigen: Das heiße Gas strömt nun ins Haus und gibt seine Wärme an Ihr Heizungswasser ab. Dabei kühlt es ab und wird wieder flüssig.
- Entspannen: Ein Ventil nimmt den Druck vom flüssigen Kältemittel. Es kühlt schlagartig ab und ist wieder bereit, draußen neue Wärme aufzunehmen. Der Kreislauf beginnt von vorn.
Durch diesen cleveren Kreislauf wird die kostenlose Umweltwärme auf ein Temperaturniveau „gepumpt“, das zum Heizen ausreicht. Die einzige Energie, die Sie dafür zuführen müssen, ist der Strom für den Kompressor. So wird aus einer Einheit Strom ein Vielfaches an Wärmeenergie – das macht dieses System so genial und effizient.
Die vier entscheidenden Bauteile im Kältekreislauf
Der geniale Trick hinter einer Wärmepumpe ist ihr Kältemittelkreislauf, der im Grunde wie ein umgedrehter Kühlschrank funktioniert. Vier zentrale Bauteile arbeiten hier Hand in Hand, damit aus kostenloser Umweltenergie wohlige Heizwärme für Ihr Zuhause wird. Um wirklich zu verstehen, wie eine Wärmepumpe einfach erklärt funktioniert, müssen wir uns diese vier Helden der Effizienz einmal genauer ansehen.
Stellen Sie sich den Kreislauf wie eine endlose Reise des Kältemittels vor. An jeder Station passiert eine entscheidende Verwandlung. Dieser Prozess wiederholt sich unzählige Male am Tag und sorgt so zuverlässig für ein warmes Haus.
1. Der Verdampfer: Wärmeaufnahme aus der Umwelt
Alles beginnt draußen am Verdampfer. Dieses Bauteil ist ein großer Wärmetauscher, der wie ein Magnet für die Wärme in der Umgebungsluft wirkt. Genau hier kommt das flüssige, stark abgekühlte Kältemittel an.
Selbst an einem frostigen Wintertag steckt noch Energie in der Außenluft. Strömt diese Luft am Verdampfer vorbei, saugt das eiskalte Kältemittel diese Energie gierig auf. Durch die Wärmeaufnahme fängt es sofort an zu sieden und wird gasförmig – es verdampft.
2. Der Verdichter: Der Motor der Wärmepumpe
Das gasförmige Kältemittel strömt jetzt zum Herzstück der ganzen Anlage: dem Verdichter. Er ist der einzige nennenswerte Stromfresser und der eigentliche „Motor“ des Systems. Man kann ihn sich wie eine extrem leistungsstarke Fahrradpumpe vorstellen.
Der Verdichter saugt das Gas an und presst es mit hohem Druck zusammen. Durch diese Kompression schießt die Temperatur des Gases schlagartig in die Höhe. So wird aus lauwarmer Umweltenergie eine richtig heiße, nutzbare Wärme. Genau dieser Schritt macht es möglich, dass eine Wärmepumpe sogar bei Minusgraden heizen kann.
Die folgende Infografik macht diesen einfachen, aber cleveren Prozess noch einmal deutlich.

Die Grafik zeigt schön, wie die Wärmepumpe ein bekanntes Prinzip einfach umkehrt, um damit zu heizen statt zu kühlen.
3. Der Verflüssiger: Wärmeabgabe an Ihr Heizsystem
Das heiße, unter Druck stehende Gas wird nun ins Haus zum Verflüssiger (auch Kondensator genannt) geleitet. Auch das ist wieder ein Wärmetauscher, der die gewonnene Energie jetzt an Ihr Heizungswasser übergibt.
Hier gibt das heiße Gas seine Wärme an das kühlere Wasser ab, das durch Ihre Heizkörper oder die Fußbodenheizung fließt. Durch diesen Wärmeentzug kühlt das Kältemittel ab und wird wieder flüssig – es kondensiert. Ihr Heizsystem ist jetzt mit Wärme versorgt.
4. Das Expansionsventil: Der Neustart des Kreislaufs
Zum Schluss fließt das flüssige Kältemittel, das immer noch unter Druck steht, zum Expansionsventil. Dieses Ventil wirkt wie eine feine Düse, durch die der Druck schlagartig abgebaut wird.
Durch diese plötzliche Entspannung fällt die Temperatur des Kältemittels blitzartig wieder auf den eiskalten Ausgangszustand ab. Jetzt ist es bereit für die nächste Runde im Verdampfer, um neue Umweltwärme aufzunehmen. Der Kreislauf beginnt von vorn.
Diese hohe Effizienz hat die Wärmepumpe zur führenden Heiztechnologie im Neubau gemacht. Laut dem dena-Gebäudereport 2023 werden bereits 81 Prozent aller neu genehmigten Wohngebäude mit Wärmepumpen ausgestattet. Mehr über die Hintergründe dieses Wachstums erfahren Sie im dena-Gebäudereport.
Die richtige Wärmepumpen-Art für Ihr Zuhause finden
Sie wissen jetzt also, welche vier cleveren Bauteile im Inneren einer Wärmepumpe werkeln. Super! Damit kommen wir zur entscheidenden Frage: Welche Art von Wärmepumpe passt denn nun am besten zu Ihnen und Ihrem Grundstück? Es ist nämlich nicht so, dass jede Wärmepumpe ihre Energie aus derselben Quelle zapft. Je nachdem, ob die Wärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser kommt, ergeben sich ganz unterschiedliche Vor- und Nachteile.
Die Wahl der richtigen Wärmequelle ist tatsächlich eine der wichtigsten Weichenstellungen auf dem Weg zur neuen Heizung. Sie entscheidet über Effizienz, Installationskosten und den nötigen Aufwand am Gebäude. Um Ihnen da einen klaren Überblick zu verschaffen, schauen wir uns die drei gängigsten Typen für Eigenheime mal genauer an.
Luft-Wasser-Wärmepumpe: die flexible Alleskönnerin
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist mit Abstand der Star unter den Wärmepumpen in Deutschland. Ihr Prinzip ist bestechend einfach: Ein Ventilator saugt die Umgebungsluft an, entzieht ihr die Wärme und übergibt diese Energie an Ihr Heizungswasser. Ihre größte Stärke ist die unkomplizierte und vergleichsweise günstige Installation, da weder gebuddelt noch gebohrt werden muss.
Genau deshalb ist sie die perfekte Lösung für bestehende Gebäude und kleinere Grundstücke, wo der Platz einfach begrenzt ist. Ein kleiner Haken: Ihre Effizienz lässt bei richtig frostigen Wintertemperaturen etwas nach. Logisch, denn der Temperaturunterschied zwischen der eiskalten Außenluft und dem warmen Heizsystem wird größer. Trotzdem dominieren Luft-Wasser-Wärmepumpen mit rund 85 Prozent des Marktes das Geschehen. Obwohl Deutschland ein großer Markt ist, haben wir im europäischen Vergleich noch Nachholbedarf bei der Installationsdichte, wie aktuelle Wärmepumpen-Statistiken von autarc.energy zeigen.
Sole-Wasser-Wärmepumpe: die konstante Erdwärmenutzerin
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe, die viele auch als Erdwärmepumpe kennen, macht sich die konstante Temperatur des Erdreichs zunutze. Schon ein paar Meter unter der Grasnarbe herrschen das ganze Jahr über stabile Temperaturen von etwa 8 bis 12 °C. Das macht sie extrem effizient und absolut zuverlässig – egal, ob draußen die Sonne brennt oder der Schnee fällt.
Um an diese Erdwärme zu kommen, gibt es zwei gängige Methoden:
- Erdkollektoren: Hier werden Kunststoffrohre großflächig und schlangenförmig knapp unter der Oberfläche verlegt. Dafür brauchen Sie allerdings eine ausreichend große, freie Gartenfläche, die danach nicht bebaut oder versiegelt werden darf.
- Erdwärmesonden: Bei dieser Variante wird eine oder mehrere Tiefenbohrungen von bis zu 100 Metern vorgenommen. Das macht die Erdwärmesonde auch für kleinere Grundstücke interessant.
Die Anfangsinvestition ist durch die Erdarbeiten natürlich ein gutes Stück höher, aber dafür belohnt Sie die Anlage über Jahre hinweg mit sehr niedrigen Betriebskosten.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe: die unschlagbar Effiziente
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist sozusagen die Königsklasse in Sachen Effizienz. Sie bedient sich an der Wärme des Grundwassers, das ebenfalls eine konstante Temperatur von rund 10 °C hat. Dafür müssen zwei Brunnen gebohrt werden: ein Saugbrunnen, der das Wasser zur Wärmepumpe fördert, und ein Schluckbrunnen, in den das abgekühlte Wasser wieder zurück ins Erdreich geleitet wird.
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe erreicht die höchsten Jahresarbeitszahlen (JAZ). Das bedeutet, sie erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom die meiste Wärme und ist damit im Betrieb die sparsamste Variante.
Allerdings ist der Installationsaufwand hoch und Sie benötigen eine wasserrechtliche Genehmigung. Außerdem muss die Qualität des Grundwassers passen, und das ist leider nicht an jedem Standort der Fall.
Um die Entscheidung etwas leichter zu machen, haben wir die wichtigsten Merkmale der drei Typen in einer Tabelle für Sie gegenübergestellt. Diese Tabelle soll Ihnen als erste Orientierung dienen, um die passende Option für Ihr Zuhause zu finden.
Vergleich der Wärmepumpen-Arten für Eigenheime
Diese Tabelle stellt die wichtigsten Merkmale der drei gängigsten Wärmepumpentypen gegenüber, um Hausbesitzern eine schnelle Entscheidungshilfe zu bieten.
| Merkmal | Luft-Wasser-Wärmepumpe | Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) | Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser) |
|---|---|---|---|
| Effizienz (JAZ) | Gut (ca. 3,0–4,0) | Sehr gut (ca. 4,0–5,0) | Exzellent (ca. 5,0 und mehr) |
| Investitionskosten | Niedrig bis mittel | Hoch | Sehr hoch |
| Installationsaufwand | Gering | Hoch (Erdarbeiten/Bohrung) | Sehr hoch (Brunnenbau/Genehmigung) |
| Platzbedarf | Gering (Außengerät) | Groß (Kollektoren) oder gering (Sonde) | Gering, aber Brunnen erforderlich |
| Eignung für Altbau | Sehr gut | Gut | Gut, wenn Bedingungen erfüllt |
Jede Wärmepumpenart hat also ihre Berechtigung. Während die Luft-Wasser-Wärmepumpe durch ihre Flexibilität punktet, überzeugen die erd- und grundwassergekoppelten Systeme mit unschlagbarer Effizienz. Die Wahl hängt am Ende stark von Ihrem Grundstück, Ihrem Budget und Ihren Prioritäten ab.
Wenn Sie tiefer in die Auswahl und Planung einsteigen möchten, finden Sie weiterführende Informationen in unserem umfassenden Wärmepumpen Ratgeber.
Wie Sie die Effizienz einer Wärmepumpe wirklich beurteilen

Die Entscheidung für eine Wärmepumpe steht – aber wie finden Sie heraus, welches Modell am Ende wirklich sparsam läuft? Wenn Sie einen Blick in die Datenblätter der Hersteller werfen, stolpern Sie garantiert über zwei Abkürzungen: COP und JAZ. Beide beschreiben die Effizienz, doch sie erzählen zwei grundverschiedene Geschichten.
Der COP (Coefficient of Performance) ist eine reine Laborzahl. Er gibt an, wie viel Wärme die Pumpe unter perfekt standardisierten Bedingungen aus einer Kilowattstunde Strom zaubert. Ein COP von 4,5 bedeutet also: Unter Idealbedingungen werden aus 1 kWh Strom satte 4,5 kWh Wärme. Klingt super, oder?
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Der entscheidende Unterschied zwischen Labor und Realität
Aber Ihr Heizungskeller ist eben kein Labor. Draußen schwanken die Temperaturen, Ihr Heizbedarf ändert sich, und auch die gewünschte Vorlauftemperatur für Ihre Heizkörper oder die Fußbodenheizung spielt eine große Rolle. Genau hier kommt die Kennzahl ins Spiel, auf die es wirklich ankommt: die Jahresarbeitszahl (JAZ).
Die JAZ misst die Effizienz über ein komplettes Jahr hinweg – und zwar im echten Betrieb bei Ihnen zu Hause. Sie berücksichtigt alles, was in der Praxis zählt: knackig kalte Wintertage, milde Übergangszeiten und Ihr persönliches Nutzungsverhalten. Damit ist die JAZ der ehrlichste Wert, um vorherzusagen, wie sparsam Ihre Wärmepumpe tatsächlich arbeiten wird.
Ganz einfach erklärt: Eine JAZ von 4 bedeutet, dass Sie über das ganze Jahr gesehen aus einer Kilowattstunde Strom im Schnitt vier Kilowattstunden nutzbare Heizwärme erzeugt haben. Drei Viertel Ihrer Wärmeenergie kamen also kostenlos direkt aus der Umwelt.
Eine hohe JAZ ist also Ihr direkter Draht zu niedrigen Betriebskosten. Als Faustregel gilt heute, dass eine moderne Wärmepumpe eine JAZ von mindestens 3,5 schaffen sollte, um sich wirtschaftlich klar von alten fossilen Heizungen abzuheben. Werte über 4,0 sind richtig gut und das Ziel, das man anstreben sollte.
Viele Hausbesitzer gehen noch einen Schritt weiter und kombinieren ihre Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage. Der selbst produzierte Solarstrom treibt dann die Pumpe an und senkt die Stromrechnung nochmals drastisch. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber zur Photovoltaik.
Haken Sie im Beratungsgespräch also immer gezielt nach der zu erwartenden JAZ für Ihr Haus. Ein seriöser Fachbetrieb kann diese auf Basis der Dämmung, Ihres Heizsystems und der örtlichen Gegebenheiten berechnen. Der COP ist ein netter Wert für den ersten Vergleich im Prospekt, aber die JAZ entscheidet am Ende über die Höhe Ihrer Heizkosten.
Der Praxis-Check für Ihr Eigenheim
Die Theorie klingt gut, aber jetzt wird’s persönlich: Passt eine Wärmepumpe überhaupt zu Ihrem Haus? Viele Eigenheimbesitzer sind da unsicher, gerade im Altbau. Wir gehen die wichtigsten Fragen mit Ihnen durch und helfen Ihnen, die Lage realistisch einzuschätzen. So haben Sie eine solide Basis, bevor Sie mit einem Fachbetrieb sprechen.
Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Der alte Mythos, eine Wärmepumpe funktioniere nur im Neubau mit Fußbodenheizung, ist längst passé. Moderne Geräte heizen auch viele Bestandsgebäude effizient – selbst mit ganz normalen Heizkörpern.
Worauf es im Altbau wirklich ankommt
Der Dreh- und Angelpunkt für einen sparsamen Betrieb ist die Vorlauftemperatur. Das ist die Temperatur, die Ihr Heizungswasser haben muss, um die Zimmer schön warm zu bekommen. Je niedriger sie sein kann, desto weniger muss die Wärmepumpe ackern und desto günstiger wird es für Sie.
- Optimal: Eine Vorlauftemperatur von 35 °C, wie man sie von Fußbodenheizungen kennt.
- Gut machbar: Auch Temperaturen bis 50-55 °C sind für heutige Wärmepumpen meist kein Problem. Das erreicht man oft schon mit etwas größeren Heizkörpern im Altbau.
Machen Sie den Selbsttest: Stellen Sie an einem richtig kalten Wintertag die Vorlauftemperatur Ihrer alten Heizung von Hand auf 50 °C ein. Wird es in allen Räumen noch gemütlich warm? Falls ja, ist das ein super Zeichen dafür, dass Ihr Haus für eine Wärmepumpe bereit ist.
Natürlich spielt auch die Dämmung eine Rolle, aber sie ist nicht immer das K.-o.-Kriterium. Ein gut gedämmtes Haus verliert weniger Wärme und braucht deshalb keine hohen Vorlauftemperaturen. Aber auch in teilsanierten Altbauten kann sich eine Wärmepumpe lohnen, wenn zum Beispiel schon mal die Fenster getauscht oder das Dach gedämmt wurde.
Was kostet der Spaß – in der Anschaffung und im Betrieb?
Klar, die Investition in eine Wärmepumpe ist anfangs höher als bei einer neuen Gasheizung. Die Preise schwanken stark je nach Typ und wie aufwendig der Einbau ist. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist meist die günstigste Variante, während Erdwärme- oder Grundwassersysteme durch die nötigen Bohrungen teurer ausfallen.
Allerdings sollte man die Rechnung nie ohne die üppigen Fördertöpfe vom Staat machen. Der Umstieg auf erneuerbare Energien wird massiv unterstützt.
Staatliche Förderungen (BEG):
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können Sie sich ordentliche Zuschüsse sichern. Diese drücken die Anfangskosten oft so stark, dass die Wärmepumpe zur wirtschaftlichsten Lösung wird. Weil sich die Förderbedingungen aber immer mal wieder ändern, ist eine aktuelle Beratung durch einen Fachbetrieb Gold wert.
Im laufenden Betrieb spielt die Wärmepumpe dann ihre Stärken aus und ist deutlich günstiger. Sie zahlen nur noch den Strom für den Antrieb und machen sich von den Achterbahnpreisen für Öl und Gas unabhängig. Wenn Sie das Ganze noch mit einer eigenen Photovoltaikanlage kombinieren, können Sie Ihre Heizkosten auf ein Minimum drücken. Die regelmäßige Wartung sichert die Effizienz, ist aber in der Regel nicht teurer als bei einer normalen Heizung.
Oft gefragt: Was muss ich zur Wärmepumpe in der Praxis wissen?
Die Theorie hinter der Wärmepumpe ist das eine, die Praxis in den eigenen vier Wänden aber etwas ganz anderes. Viele Eigenheimbesitzer fragen sich zu Recht: Muss ich mein ganzes Haus auf den Kopf stellen? Passen meine alten Heizkörper überhaupt noch? Und wie laut ist so eine Anlage denn nun wirklich? Das sind genau die Punkte, die am Ende des Tages zählen.
Bevor Sie sich weiter in die Details stürzen, haben wir hier die wichtigsten Antworten für den Alltag zusammengetragen. Damit bekommen Sie schnell ein Gefühl dafür, worauf es ankommt.
Eine moderne Wärmepumpe ist deutlich anpassungsfähiger, als die meisten denken. Der Schlüssel zum Erfolg liegt aber immer in der sauberen Planung durch einen erfahrenen Fachbetrieb – nur so lässt sich das volle Potenzial der Technik auch wirklich ausschöpfen.
Noch mehr Antworten auf Ihre Fragen finden Sie in unserem großen Wärmepumpen-FAQ auf heimfokus.de.


